HIV-Prävention für & mit Migrant_innen: Standards, Praxisbeispiele, Grundlagen

HIV-Prävention für & mit Migrant_innen: Standards, Praxisbeispiele, Grundlagen

Wie lassen sich Qualitätsstandards für die HIV- Prävention für & mit Migrant_innen erarbeiten? Lassen sich überhaupt „Standards“ entwickeln? Diese Frage ist wesentlich, denn kaum ein Bereich der Prävention ist so stark von Veränderung, Vielfalt (Diversität) und von unterschiedlichen Voraussetzungen für die Präventionsarbeit geprägt wie die HIV-Prävention für & mit Migrant_innen.

Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser großen Unterschiede hat die Deutsche AIDS-Hilfe das zweijährige Projekt „Erfahrungswerte und Qualitätsstandards in der HIV- Prävention für & mit Migrant_innen“ gestartet und Qualitätsstandards entwickelt, die die Vielfalt zum Programm machen und auf die Entwicklung lokalspezifischer Partnerschaften und Angebote setzen.

Die Antwort auf die beiden Eingangsfragen lautet daher: Qualitätsstandards für die HIV-Prävention für & mit Migrant_innen lassen sich erarbeiten – durch Partizipative Qualitätsentwicklung. Im Rahmen der vier Workshops (2013-2015), wurden Mitarbeitende der Mitgliedsorganisationen im DAH-Verband, weitere Kooperationspartner vor Ort (z.B. Prostitutions- und Drogenprojekte, Gesundheitszentren und -ämter, AWO, Caritas, Robert Koch-Institut, Diakonie, Stadtmission) sowie Vertreter_innen von Migrant_innen-Communities methodisch und fachlich darin unterstützt, ihr lokales Wissen zu nutzen, zu reflektieren und zu erweitern. Dabei bestimmten sie selbst, was „Qualität“ in der HIV- Prävention für & mit Migrant_innen bedeutet.

Es wurden Bereiche der praktischen Präventionsarbeit identifiziert, für die die Projektbeteiligten Standards im Hinblick auf strukturelle Voraussetzungen, Prozessgestaltung und Ergebnisse als sinnvoll, klar formulierbar und umsetzbar erachteten. In einem weiteren Schritt wurden Praxisbeispiele gesammelt, um das lokal Spezifische und das Besondere an Projekten mit & für Migrant_ innen sichtbar zu machen. Dieser Schritt war notwendig, da sich nicht alle Aspekte in der Arbeit mit Migrant_innen standardisieren lassen. Als Vertiefung und fundierten Hintergrund für die Praxisarbeit wurden Textbausteine zu wichtigen Grundlagen der Präventionsarbeit für & mit Migrant_innen verfasst: u.a. zu den Konzepten „Diversity“ und „strukturelle Prävention“ und zum Ansätz „Partizipation“.

In dem vorliegenden Arbeitsbuch werden die gemeinsam entwickelten Standards, Praxisbeispiele und Grundlagen der Arbeit für und mit Migranten-Communities zusammengeführt.

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