Pete

Als HIV-positive Migrantin habe ich mich vor Jahren dazu entschlossen, mich bei der Selbsthilfe zu engagieren, und war seitdem im Feld der HIV-Prävention und Aufklärung tätig. Eines Tages wurde ich zu einer HIV-Selbsthilfegruppensitzung eingeladen. Diese Sitzung fand in einem Café statt. Der Betreiber dieses Cafés ist eine lokale Hilfsorganisation. Das Gremium, das im Café versammelt war, bestand aus HIV-positiven deutschen Männern.

Der Mann war so verblendet, dass er sich nicht vorstellen konnte, dass ich auch HIV-positiv sein könnte

Als ich das Café betreten wollte, kam mir ein Mann entgegen – aber nicht um mich willkommen zu heißen. Stattdessen sagte er mir, dass der Eingang zum türkischen Geschäft nebenan sei. Ich habe versucht, ihm zu erklären, dass ich zur Sitzung eingeladen wurde und daher Teil der Gruppe bin. Der Mann war so verblendet durch mein Kopftuch, das ich trug, dass er sich nicht vorstellen konnte, dass ich auch HIV-positiv sein könnte. Er bestand weiterhin laut und deutlich darauf – „Du. Mich. Verstehst?“ –, dass ich zum türkischen Geschäft gehen solle. Da ich sehr hartnäckig bin, habe ich dem Herrn klargemacht, kurz und knapp, was mein Anliegen ist und was das Wort „Menschenrecht“ bedeutet.

Ich habe an der Sitzung teilgenommen und dort unter den schwulen Männern viele Freunde gefunden. Ich weiß jetzt, dass hinter jedem Vorurteil Angst und Unwissenheit stecken, die es für uns zu bekämpfen gilt.