Mobile Theatergruppe AfroLebenPlus – Theater des Lebens

Kunst hat die Kraft, Menschen auf eine Weise zusammen zu bringen, die allein durch verbale Interaktion kaum möglich ist. So wird Kunst auch immer öfter im Rahmen der Präventions- und Sozialarbeit angewendet – z.B. in den Formen von Schauspielerei, Musizieren, Malerei oder Fotografie –  dabei hat sich besonders das Theaterspielen bei der Arbeit mit migrantischen Communities in Deutschland als sehr erfolgreiche Methode erwiesen.

Bereits im Jahr 2008 haben sich acht Mitglieder von AfroLebenPlus, dem bundesweiten Netzwerk der HIV-positiven Migrant/inn/en in Deutschland, dafür entschieden, HIV-Prävention in Form von Improvisationstheater anzubieten. Viele Mitglieder kannten diese Form der Zusammenarbeit bereits aus ihren Herkunftsländern wie z.B. Malawi, Uganda und Ghana.

Kunst hat die Kraft, Menschen zusammen zu bringen

Wichtig für die Mitglieder von AfroLebenPlus ist dabei, dass ihre Botschaften die Menschen auf einer direkten und vertrauten Art ansprechen – und zwar dort, wo sie sich in ihren Lebenswelten aufhalten: auf Afro-Märkten, Straßenfesten oder in Kirchengemeinden.

Die beteiligten Schauspieler/inn/en sind bereits als aktive HIV-Multiplikator/inn/en tätig und agieren in vielen Bundesländern. Als Aktivist/inn/en und Menschen mit Migrationshintergrund kennen sie die Lebensrealitäten von Zugewanderten in Deutschland. Ihre Probleme und Sorgen, aber auch ihre Stärken und Fähigkeiten kennen sie somit nicht nur aus Erzählungen, sondern aus eigener Erfahrung.

Das macht es für die Schauspieler/inn/en leichter, sensibel, kulturspezifisch und vertrauensvoll mit tabuisierten Themen wie HIV umzugehen. Eine AfroLebenPlus-Vertreterin bringt es auf den Punkt: „Unsere Communities gelten als schwer erreichbar. Jedoch macht es einen großen Unterschied, wie und von wem die Menschen angesprochen werden. Wir als Teil der Community haben einen besseren Zugang zu ihnen, zusätzlich öffnet uns eine passende Methode wie Theater die Türen.“

Die Schauspieler/innen kennen die Probleme aus eigener Erfahrung

Als HIV-positive Menschen erleben die Schauspieler/inn/en oft Stigmata und mehrfache Diskriminierung. Sie wissen daher, wie schwierig es ist, über diese Erfahrungen zu sprechen oder sich in konkreten Situationen dagegen zu wehren. Mithilfe von Körperbewegungen, Symbolik und Metaphern kann das Theater den Schauspieler/inn/en ermöglichen, mit Traumata verbundene Themen zu bearbeiten.

Die Schauspieler/inn/en sprechen noch nicht perfekt Deutsch, dafür aber viele andere Sprachen wie z.B. Suaheli, Amharisch, Französisch, Englisch, Arabisch oder Lingala. Somit erreichen sie ebenfalls Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und motivieren andere, die noch wenig Deutsch sprechen, sich ebenfalls zu engagieren. Gleichzeitig setzen sie ein Zeichen, dass Menschen wie sie einzigartig sind.

Die Szenarios für die Theaterstücke entwickeln die Schauspieler/inn/en aus ihren Lebensgeschichten und persönlichen Erfahrungen selbst. Welche Geschichten vor Ort gespielt werden, hängt davon ab, zu welchem Anlass die Gruppe eingeladen wird. So werden z.B. in „Flüchtlingskirchen“ Szenen zum Leben im Asylheim oder zu HIV-Zwangstesten nachgestellt.  Darüber hinaus gehört ebenfalls Präventionsarbeit auf der Straße mit Betreuung eines Infotisches sowie dem Verteilen von Infomaterial und Kondomen zum Aufgabengebiet von AfroLebenPlus.

Für die mobile Aufklärungs-Theatergruppe hat das Wort „mobil“ viele Bedeutungen.

Die Schauspieler/inn/en:

  • sind aus verschiedenen Ländern zugewandert
  • stammen aus verschiedenen Städten bzw. leben in verschiedenen Städten
  • sind immer mit ihren präventiven Botschaften unterwegs

Die mobile Aufklärungs-Theatergruppe kann für jede Stadt und für diverse Events gegen eine geringe Aufwandsentschädigung gebucht werden.

 

Weitere Informationen:

Alphonsine Bakambamba, alphonsine.bakambamba@dah-aidshilfe.de